Weltweit steht die Landwirtschaft vor der Herausforderung, sich auf neue Anbaumethoden und Kulturpflanzen einzulassen, um auch unter den wechselnden klimatischen Bedingungen eine ausreichende Ernte zu sichern.

Ein bedeutendes Thema ist auch unser Fleischkonsum, der massgeblich zu den Treibhausgasemission und zur Klimaerwärmung beiträgt, und damit die Zukunft unseres Planeten direkt beeinflusst.

Was hat Ernährung mit dem Klimawandel zu tun?

In den Beratungsgesprächen mit meinen Klienten hat die Erderwärmung und deren Folgen natürlich in aller Regel keine Priorität. Im Zentrum steht der Klient mit seiner Ernährungsdiagnose und der nötigen Therapie.

Über mehrere Sitzungen und meist längeren Zeitraum hinweg unterstütze und begleite ich den Klienten mit dem Ziel, eine positive Veränderung für das Wohlbefinden zu erreichen und diese längerfristig beizubehalten.

Indirekt ist die Klimaerwärmung sehr wohl ein Aspekt in der Ernährungsberatung, denn die Auswirkungen der tropischen Temperaturen auf die mentale und physische Leistungsfähigkeit sind für die meisten Klienten spürbar – und so richtig glücklich mit der Hitze ist eigentlich nur, wer gerade Ferien hat.

Es ist anerkannt...

...mit seinem Ernährungsverhalten beeinflusst jeder einzelne Mensch direkt die persönliche Gesundheit: Die Bevorzugung tierischer Nahrungsmittel, insbesondere Fleisch- und Milchprodukten aus industrieller Produktion, bei gleichzeitiger Vernachlässigung pflanzlicher Nahrungsmittel, erhöht das Risiko für ernährungsabhängige Krankheiten.

Allein, ein Ernährungsstil arm an Gemüse, Salat, Obst, Hülsenfrüchten, Nüssen und Vollkornprodukten ist nicht nur schädlich für das persönliche Wohlbefinden, sondern auch ein Debakel für unsere Umwelt und für das Klima.

Mehr pflanzliche Nahrungsmittel zu konsumieren trägt zu einer ökologischeren Landwirtschaft und mehr Biodiversität, zu weniger Verschmutzung des Wassers und der Meere durch Gülle sowie zu einer Reduktion des Artensterbens bei. Egal ob Privat- oder Berufsleben, beinahe alle unsere Tätigkeiten sind mit Klimaemissionen verbunden. Unser Lebensstandard ist mit einem hohen Ressourcenbedarf verbunden.

Nur schon beim Thema Food Waste wird klar, dass die Schweiz noch ein enormes Verbesserungspotenzial hat. Es mag unbequem sein - wir kommen jedoch nicht umhin unseren Ernährungsstil und unseren Umgang mit Nahrungsmitteln kritisch zu hinterfragen. Wir alle sind aufgerufen, unsere Ernährung mit Kreativität und ohne vorgefasste Meinungen neu zu gestalten.

Würden in der Schweiz nur schon die Empfehlungen der Ernährungspyramide für Erwachsene konsequent von allen umgesetzt, resultierte eine „pflanzenbetonte“ Ernährung, verbunden mit einer deutlichen Reduktion des Fleischkonsums. Dadurch könnten die ernährungsbedingten Umweltschäden reduziert werden, und eine respektvolle und artgerechte Tierhaltung hätte bessere Chancen, zum Produktionsstandart zu werden.

Passend zum Thema...

...erfahre ich in diesen Tagen aus den Nachrichten, dass in diesem Jahr bereits am 1. August der sogenannte Erdüberlastungstag (Earth Overshoot Day) erreicht wird. Damit hat die Welt alle  nachhaltig verfügbaren Ressourcen, die innerhalb eines Jahres nachwachsen können, für 2018 schon aufgebraucht - so früh wie noch nie seit es die Kampagne gibt.

Die gesamte Weltbevölkerung lebt somit die restlichen 153 Tage des Jahres quasi auf Pump, so als ob sie 1.7 Erden zur Verfügung hätte.

Die Schweiz alleine steht noch schlechter da – bereits am 7. Mai haben wir den Überlastungstag erreicht – es bräuchte sogar drei Erden, würde die gesamte Weltbevölkerung gleich viele Ressourcen beanspruchen.

Sollen die gesteckten Ziele bezüglich Nachhaltigkeit und Umweltschutz wirklich erreicht werden, muss die Schweiz schleunigst tüchtig nachlegen. Im Wissen um die Dringlichkeit des Problems und unserer Verantwortung gegenüber den künftigen Generationen ist Abwarten keine Option mehr.