«Fairtrade sorgt für bessere Lebensgrundlagen von Bauernfamilien in Entwicklungsländern, deren Einkommenssituation auch heute noch prekär und instabil ist», sagt Florie Marion von der Max Havelaar-Stiftung (Schweiz). Fairtrade bedeute stabile Preise für Rohstoffe aus diesen Ländern wie etwa Kakao, Kaffee oder Reis. Ebenfalls zu den Anforderungen von Fairtrade gehören der umweltschonende Anbau sowie gute Arbeitsbedingungen für die Produzenten. Konsumentinnen und Konsumenten können mit der Wahl von Produkten mit dem Fairtrade-Label beim täglichen Einkauf einen Beitrag zu einem verantwortungsvollen Umgang mit unserer Umwelt leisten und dafür sorgen, dass die Kleinbauern und Arbeiterinnen mit einer rentablen Landwirtschaft einen Weg aus der Armut finden und langfristig bessere Lebensbedingungen haben.

Verbot von Kinderarbeit
Die internationalen Standards von Fairtrade International, die hinter dem schwarz-blau-grünen Fairtrade-Label stehen, verlangen von den zertifizierten Organisationen das Einhalten von strengen Richtlinien im Bereich Umwelt wie etwa den umweltschonenden Anbau durch natürliche Dünger, Mischkulturen oder den reduzierten Einsatz von Sprühmitteln. Im sozialen Bereich gelten das Verbot von Kinderarbeit und die Einhaltung von guten Arbeitsbedingungen, im Handelsbereich die Bezahlung eines garantierten Fairtrade-Mindestpreises und einer Fairtrade-Prämie. Wer Fairtrade-Produkte kaufe, wisse woher die Produkte stammen und wohin die Fairtrade-Prämie fliesst, betont Florie Marion. Fairtrade bedeute damit nicht nur produzentenseitig Fairness, sondern auch mehr Transparenz für den Konsumenten.

Grosses ­Wachstumspotenzial
Fairtrade verlangt ein grosses Engagement von allen Seiten. Die Qualität der Rohstoffe muss ebenso stimmen wie die Nachfrage nach den Produkten. Grundsätzlich gilt: Je grösser das Angebot und die Vielfalt, desto mehr wird gekauft. Heute gibt es allein in der Schweiz über 1600 Produkte mit dem Fairtrade-Label, darunter rund 60 Kaffeemischungen. Die Stiftung arbeitet eng mit ihren Partnern aus dem Detailhandel, aber auch mit der Gastronomie zusammen, um ihre Ziele zu erreichen. «Unsere Vision ist, dass alle Rohstoffe aus Entwicklungsländern fair gehandelt werden», so Florie Marion. Heute kaufen die Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten für durchschnittlich 42 Franken pro Jahr Fairtrade-Produkte ein und sind diesbezüglich Weltmeister. Allerdings stünden nach wie vor zu wenige Fairtrade-Produkte auf dem Einkaufszettel, betont Marion. Das Wachstumspotenzial sei deshalb noch sehr gross.