Trotz des starken Frankens konnte die Absatzmenge im Inland, aber auch in der EU im ersten Semester dieses Jahres im Vergleich zum letzten Jahr beibehalten werden, dies im Gegensatz zur Absatzmenge von Standardkäsen, welche austauschbarer sind. Dank dieser guten Ausgangslage verdient der AOC-Milchlieferant weiterhin mindestens 30 Prozent mehr als Konsummilchproduzenten. Eine Ausnahme unter den AOC-Käsen beim Export in die EU bildet der Emmentaler, denn dieser hat gegen eine grosse Konkurrenz zu kämpfen, da er weltweit kopiert wird. In der Schweiz konnte der Emmentaler AOC allerdings ein Absatzwachstum erzielen. Die AOC-IGP-Produkte mit ihrer hohen Qualität, dem starken Bezug zur Ursprungsregion und den traditionellen Herstellungsmethoden spielen eine wichtige Rolle in der Schweizer Agrarpolitik, insbesondere in Phasen einer schwierigen Währungssituation und der fortschreitenden ­Mark­töffnung.

Sich für Spezialitäten einsetzen
Trotz des Erfolges der AOC-Käse will sich die Branche aber nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen, denn auch für die AOC-IGP-Produkte kann sich die Situation verschlechtern, warnen Branchenkenner. Die Schweizerische Vereinigung der AOC-IGP wird sich deshalb auf verschiedenen Ebenen weiterhin für ihre Spezialitäten einsetzen. Auf internationaler Ebene wurde das Abkommen zwischen der EU und der Schweiz zur gegenseitigen Anerkennung der AOC-IGP-Produkte im September 2011 vom EU-Parlament definitiv ratifiziert. Damit werden die Schweizer AOC und IGP im ganzen EU-Raum über den gleichen Schutz wie entsprechende Produkte aus der EU verfügen. Dasselbe gilt auch umgekehrt. Dies sei für die weitere Entwicklung des Handels mit diesen Spezialitäten ein wichtiger Schritt, betont die Käsebranche.

Fälschungen nachgehen
Weiter setzt sich die Schweizerische Vereinigung der AOC-IGP bei der WTO für eine bessere Anerkennung der AOC-IGP ein. Damit soll der Schutz von Produkten mit geografischen Angaben besser gewährleistet sein. Auf nationaler Ebene wird sich die Käsebranche weiterhin für einen starken Schutz und eine glaubwürdige «Swissness» engagieren. Dabei hofft sie auch auf die Unterstützung durch den Bundesrat. Im Rahmen der Agrarpolitik 2014 bis 2017 setzt sich die Vereinigung für den Erhalt des aktuellen Schutzes der AOC-IGP ein. Insbesondere soll eine zentrale Stelle eingerichtet werden, die Fälschungen nachgeht. Begrüsst werden zudem Unterstützungsmassnahmen, die den Absatz von Qualitätsprodukten fördern.