«Zu den wichtigsten Kräutern, die in der Schweiz angebaut werden, gehören die 13 Kräutersorten, die in allen unseren Bonbons zu finden sind», sagt Thomas Aeschlimann, Kräuterexperte bei Ricola. Der Fachmann hat an der ETH Zürich Agronomie studiert und arbeitet heute eng mit den über 100 Bauern zusammen, die das Unternehmen mit Kräutern beliefern, darunter etwa Pfefferminze, Salbei, Thymian und Zitronenmelisse.

Kurze Transportwege
Die in der Schweiz angebauten Kräuter werden vornehmlich für die Produktion von Bonbons verwendet. Sie werden aber auch für die Herstellung von Tee gebraucht. Beim Kräuteranbau sei für Ricola der Anbau im Schweizer Berggebiet, die Swissness, zentral, da so Qualität und Nachhaltigkeit gesichert seien, betont Aeschlimann. Alle Ricola-Kräuter werden nach biologischen Grundsätzen angebaut, das heisst ohne den Einsatz von Herbiziden oder Pestiziden. Vorteile des einheimischen Anbaus sind auch die konstante Qualität, die Liefersicherheit, die schonende Ernte, Trocknung und Verarbeitung der Kräuter, kurze Transportwege, die lückenlose Dokumentation und Rückverfolgbarkeit sowie die enge Zusammenarbeit mit Landwirten und der Forschung.

Klima, Boden und Lage
Jede Kräuterart hat ihre eigenen Standortanforderungen und Qualitätsnormen. Zudem gibt es bei den einzelnen Kräuterarten verschiedene Sorten mit unterschiedlichen Eigenschaften. Kräuter unterscheiden sich zum Beispiel durch ihre anbautechnischen Merkmale oder den Gehalt an Inhaltsstoffen wie den ätherischen Ölen oder Schleimstoffen. «Jeder Hersteller weiss zudem, was er aus der Pflanze gewinnen will sowie welche Charakteristiken das Kraut haben soll und sucht die Kräuter dementsprechend aus», erläutert Aeschlimann. Dabei spielen Umwelteinflüsse eine wichtige Rolle, wenn es um Qualitäts- und Standardunterschiede geht. Massgebend sind unter anderem Klima, Boden, Lage sowie Düngung und Pflegemassnahmen. «Die Bodenbeschaffenheit und das regionale Klima sind entscheidend für das optimale Gedeihen der Kräuter. Von Vorteil ist zudem, wenn die Anbaugebiete möglichst weit von Industrie und Verkehr entfernt liegen, um zu vermeiden, dass die Kräuter mit Schadstoffen in Berührung kommen», betont der Kräuterexperte. Nachhaltige Unternehmen setzen heute auf natürliche Anbaumethoden und lehnen die Verwendung von Pestiziden und Kunstdüngern als Ersatz für fehlende Nährstoffe im Boden ab. In der Schweiz gibt es heute zwischen 45 000 bis 50 000 Landwirte. Die wenigen unter ihnen, die Kräuter anbauen, generieren damit eine wichtige Einkommensergänzung.