Jeder weiss, dass Fisch gesund ist: er macht nicht dick, ist reich an Proteinen und ungesättigten Fettsäuren wie Omega 3 und schmeckt darüber hinaus vorzüglich. Wie sehr Fisch gerade im Trend liegt, sieht man am grossen Angebot in den Supermärkten.

Die vielseitige Fischauswahl im Handel vermittelt jedoch ein trügerisches Bild der Fischbestände. Wer sich nicht nur gesund ernähren will, sondern auch Wert auf eine artgerechte Tierhaltung und ökologische Aspekte legt, informiert sich im Vorfeld genau darüber, welcher Fisch auf seinen Teller kommt.

70 Prozent der Schweizer Fischarten gefährdet

Dass Fisch als Nahrungsmittel Teil einer gesunden Diät ist, daran zweifelt kaum jemand. Bei den Empfehlungen zum regelmässigen Fischverzehr wird jedoch oft ausgeblendet, dass die nationalen und internationalen Fischbestände unter dem hohen Fischkonsum der Menschen stark zu leiden haben.

Von ursprünglich in der Schweiz 55 heimischen Fischarten sind acht ausgestorben, sechs vom Aussterben bedroht, fünf stark gefährdet, 13 Arten verletzlich und neun potenziell gefährdet

Doch nicht nur der steigende Fischkonsum macht der Tierart zu schaffen. In der Schweiz zum Beispiel leiden die Fische auch unter fehlenden Lebensräumen, Wasserkraftwerken, ungenügendem Restwasser sowie Mikroverunreinigungen durch Rückstände aus Medikamenten und Landwirtschaftschemikalien.

Die 2007 vom BAFU aktualisierte «Rote Liste» der gefährdeten Fische und Rundmäuler ist besorgniserregend: Von ursprünglich in der Schweiz 55 heimischen Fischarten sind acht ausgestorben, sechs vom Aussterben bedroht, fünf stark gefährdet, 13 Arten verletzlich und neun potenziell gefährdet.

Zwar sind der Schutz, die Nutzung und Haltung der Fische und Krebse in der Schweiz durch das Bundesgesetz über die Fischerei aus dem Jahr 1991 geregelt. Von politischer Seite und aus den Reihen des Tierschutzes werden jedoch vermehrt Stimmen laut, die den rasanten Anstieg der Aquakultur und die damit zusammenhängenden vagen Vorschriften betreffend Zucht und Haltung von Speisefischen kritisieren.

Fisch bedacht geniessen

Gemäss WWF sind 90 Prozent der kommerziell genutzten Fischbestände rund um den Globus überfischt oder bis an ihre biologische Grenze befischt. Was kann der Konsument selbst tun? Fisch sollte als nicht alltägliche Delikatesse wahrgenommen und genossen werden.

Einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung der globalen Fischbestände kann man auch leisten, wenn man zertifizierten Fisch aus Schweizer Seen kauft. Hilfreich sind auch Online-Einkaufsratgeber, die über die Bedrohung der unterschiedlichen Fischarten Auskunft geben.

Auf Labels achten

Eine besonders wichtige Orientierungshilfe beim Einkaufen sind MSC- und Bio-Labels auf den Produkten. MSC (Marine Stewardship Council) ist das derzeit strengste Label für wild gefangenen Fisch. MSC bezweckt, die Fischerei in geregelte Bahnen zu lenken und umweltverträglicher zu gestalten.

Die unabhängige Organisation verlangt von den Fischereien ökologisch effektive Managementpläne und definiert die Fangquoten so, dass befischte Bestände eine gesunde Populationsgrösse erhalten und die Auswirkungen der Fangmethoden auf den Meeresboden nur minimal sind.

Das MSC-Zertifikat wird Fischereien unter strengen Auswahlkriterien verliehen. In der Schweiz sind derzeit um die 1020 MSC-gekennzeichnete Produkte erhältlich.