Mit dem bevorstehenden Sommer kommt auch die Lust am Grillieren. Peter Spörndli, Präsident der Swiss Barbecue Association, kennt die Vor- und Nachteile der verschiedenen Grills. Er gehört heute zu den besten Schweizer Grill-Experten.

«Wer mit Holzkohle grilliert, muss von der Sache etwas verstehen», betont Spörndli. Der bewährte Holzkohlegrill vermittelt das von vielen Grillfans geschätzte Grillfeeling dank Feuer. Allerdings kann beim Anzünden Rauch entstehen. Damit die Glut und somit auch das Grillgut perfekt werden, braucht es rund 30 Minuten Vorbereitungszeit.

Belohnt wird man danach mit dem schmackhaften Holzkohlearoma. Zu früh aufgelegt, erhält das Grillgut aber einen unangenehmen Beigeschmack. «Wer länger grillieren will, muss die Glut ständig unterhalten», erläutert Spörndli.

Nur die Holzkohle verleiht dem Grillgut den typischen Grillgeschmack, auf den zahlreiche Grillfreunde schwören. Bei starkem Wind kann allerdings Asche aufgewirbelt werden und sich auf dem Grillgut absetzen.

Zudem ist die Reinigung von Holzkohlegrills aufwändiger als bei Gas- und Elektrogrills. «Der Holzkohlegrill eignet sich in erster Linie, wenn man einen Garten oder eine grosse Terrasse hat», sagt der Grillexperte. Kleine Holzkohlegrills sind zudem meist günstig und leicht zu transportieren.

Den raschen Genuss

Der Gasgrill ermöglicht demgegenüber den flexiblen Grillspass. Der Grill wird sofort heiss, die Temperatur lässt sich problemlos regulieren, und es entsteht kein Rauch. Im Umgang mit Gas ist aber Vorsicht am Platz.

Zudem sind die Geräte im Ankauf eher teuer. Der Elektrogrill wiederum erlaubt nach Erreichen der Betriebstemperatur den raschen Genuss. Das Elektrokabel muss auf jeden Fall sicher verlegt werden, damit die Gäste nicht darüber stolpern. Nötig ist ein Aussenanschluss ans Stromnetz.

Beim Elektrogrill heisst es einfach: Stecker in die Dose und los geht es, ohne vorher anzuzünden, vorzuheizen oder zuzuwarten. «So einfach wie mit einem Elektrogerät grillt es sich mit keinem anderen System», erklärt Peter Spörndli.

Elektrogrills sind vor allem für kleine Balkone mit Steckdose geeignet, benötigen für den Betrieb aber Strom. Zudem erhält das Grillgut nicht den typischen Grillgeschmack. Besonders kleine Tischgrillgeräte sind leicht zu transportieren und können sogar in der Wohnung benutzt werden.

«Alleskönner» Barbecue Smoker

«Vom Geschmack her gibt es zwischen Gegrilltem vom Elektro- und vom Gasgrill keinen Unterschied», sagt Peter Spörndli. Gasgrills haben neben der kurzen Vorheizzeit ein Thermometer, das die Temperatur exakt anzeigt. Sie sind zudem einfacher zu reinigen. Allerdings sind Gasgrills recht sperrig und schwer.

Da sie meist aus Gusseisen gefertigt werden, sind sie aufwendig zu transportieren, und das Grillgut hat nicht den typischen Holzkohlegrillgeschmack. Der Gasgrill eignet sich auch für Balkone und vor allem dann, wenn es eben schnell gehen muss. Als «Alleskönner» gilt der Barbecue Smoker. «Niedertemperaturgaren, Brot backen, Soufflés aufgehen lassen, vieles ist hier möglich», so Spörndli.

Das Grillgut muss allerdings frühzeitig auf den Grill und bleibt dort lange liegen, ein Schweinshals beispielsweise rund sechs Stunden. Das Fleisch bleibt saftig, selbst wenn es weit über die Grillzeit hinaus auf dem Gerät liegen bleibt. Das Holzfeuer muss aber ständig unterhalten werden. Ein Barbecue Smoker mit Holzpellets als Brennstoff hält hingegen die Temperatur von selber.

Für Fleisch- und Fischliebhaber

«Der BBQ-Smoker erlaubt das indirekte Grillieren, was sich auf das Grillgut schonend auswirkt», sagt Spörndli. Er ist in der Anschaffung aber teuer und schwer zu transportieren. Er eignet sich in erster Linie für grössere oder ganze Fleischstücke wie Schweinshals, Roastbeef, Gigot, ganze Fische, Poulets, Spare Ribs oder Rindshohrücken.

Das Grillieren ist aber zeitaufwändig. Der Schweinshals benötigt wie erwähnt rund sechs Stunden bei 90 bis 100 Grad, und man muss immer wieder nach dem Feuer schauen. «Das Gerät eignet sich vor allem für Fleisch- und Fischliebhaber, die es zu schätzen wissen, nach ein paar Stunden ein perfektes Fleisch oder einen Fisch zu geniessen», so Spörndli.

Sein persönlicher Favorit ist der Pelletgrill. Das Fleisch bleibe saftig, und beim Grillieren entsteht kein Zeitdruck, sagt Spörndli. Allerdings sind die Modelle in der Anschaffung teuer. Dafür holt sich der Grill die zuvor bereitgestellten Pellets selber, wenn er sie braucht.

Dazu benötigt er allerdings Strom für die Beförderung der Pellets. Der Pellets Smoker eigne sich vor allem auch für die Gastronomie, sagt Peter Spörndli, und für BBQ-Fans, die nicht so einen grossen Aufwand betreiben möchten.