Gewusst?

Schweizer Privathaushalte konsumieren jährlich 9000 Tonnen Raclette, was einem Pro-Kopf-Verbrauch von ca. 1.8 kg entspricht. Produziert werden in der Schweiz jährlich ca. 15 000 Tonnen, wovon ein Drittel aus Graubünden stammt. Zum Raclette trinkt man gerne einen trockenen Weisswein. Roséweine und leichte Rotweine eignen sich ebenfalls hervorragend.

Geht man der Frage nach, warum Raclette so beliebt ist, so wird zunächst die Vielfalt genannt, die uns diese nahrhafte Spezialität bietet. Aufgrund des hohen Fettgehalts des Käse und der kohlenhydrathaltigen Kartoffeln, sowie seinen würzigen Zutaten dient das rasch zubereitete Gericht seit jeher als schneller Energielieferant. Darum erfreut sich der Klassiker vor allem an kühlen Tagen grosser Beliebtheit. Hinzu kommt, dass Raclette eine sehr unkomplizierte Art ist, ein Mahl mit Kollegen zu geniessen.

Ein geselliges Erlebnis

Hauptbestandteil ist bekanntlich ein guter, in dicke Scheiben geschnittener Käse in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen – von mild oder würzig bis hin zu deftig. Was jedoch den weiteren Zauber ausmacht, sind die Zutaten: Gekochte Kartoffelscheiben, eingelegte Zwiebeln und Gürkchen, Mixed Pickles, Paprikapulver sowie Schwarzer Pfeffer. Das alles gehört zu der uns bekannten klassischen Art und wird rund um den Raclette-Ofen bereitgestellt. So können sich alle nach Gutdünken bedienen. Das macht das Raclette-Essen zu dem beliebten geselligen Ereignis, wie wir es an kühlen Abenden so lieben. Dabei portioniert jeder seine persönlich gestaltete Variante in beschichteten Pfännchen die, schonend erhitzt, den Käse zum Schmelzen bringen. Der Fantasie sind dabei kaum Grenzen gesetzt.
Längst wird diese traditionelle Version durch immer neue Zutaten und Kombinationen ergänzt. Wie wäre es etwa mit einem Kürbis-Curry-Raclette? Hierzu gehören eher untypische Beigaben wie Ingwer, Knoblauch, Currypulver, Honig, Koriandergrün und  Limettensaft. Als Käse für diese orientalische Abwandlung eignet sich ein leicht würziger Emmentaler.

Raclette «to go»

Bei Raclette dachten wir bisher an eine gemütliche Runde, die sich um einen Tisch versammelt und genüsslich einen Abend geniesst. Weit gefehlt. Längst gibt es eine alternative Zubereitung zum Mitnehmen und für unterwegs. Hierfür wurde zum Beispiel der Chili-Mini-Burger erdacht, der auf Cheddar-Käse basiert und mit feurigen Zutaten wie Chili, Pfeffer und Peperoni getoppt wird. Das Ganze wird zwischen zwei Brötchenhälften gereicht. Wenn wie bei einigen Rezepten noch gebratenes Hackfleisch hinzukommt, erinnert die neue Kreation stark an einen Cheeseburger. Manch ein Bergbauer aus vergangener Zeit würde wohl heute eher die Nase rümpfen über so viel Kreativität. Denn ursprünglich war das Raclette als eine einfache und sättigende Hauptmahlzeit gedacht, bei der auf der Alp oft ein ganzer Käselaib zum Schmelzen ans Feuer gestellt wurde. Hiervon streifte sich jeder nach Bedarf ein heisses Stück ab. Wie sich die Zeiten doch ändern.