• Benjamin Hohlmann
  • Mathias Bühler
  • Emi Fukahori
  • Milo Kamil
Brewer Schweizermeister 2014

Benjamin Hohlmann

1. Was fasziniert dich besonders an Kaffee?
Mich fasziniert das Spannungsfeld zwischen Kaffee, dem emotionalen Genussmittel und der rationalen Analyse desselben, welche versucht, das Produkt besser zu verstehen.
Gleichzeitig beschäftigt mich das Dilemma, wie viel Kaffee getrunken wird und wie überschaubar das Wissen über dieses Produkt ist – übrigens beim Konsumenten wie Gastronomen.
Dieses Nicht-Bewusstsein für eines der zentralsten Konsumprodukte ist gewissermassen symptomatisch für unser Konsumverhalten. Als Kaffeemacher setzen wir da mit unseren Schulungen an.

2. Was macht deine Disziplin besonders spannend?
Als Kaffeemacher verstehen wir uns als Netzwerker zwischen den unterschiedlichen Gruppen. Einerseits Konsumenten beziehungsweise Privaten und Gastronomen sowie auch Maschinenherstellern, Röstern, Händlern.
Wir versuchen, eine gemeinsame Sprache zu vermitteln und dem Konsumenten Werkzeuge an die Hand zu geben, mit denen er die Qualität des Produktes Kaffee einschätzen kann. Dadurch wird er zum justierten Gradmesser, welcher der Kaffeemaschinen- und Röstindustrie Feedback gibt und so zu einer allgemeinen Verbesserung der Kaffeequalität beiträgt.
Und bessere Kaffeequalität ist am Ende nicht nur gut für alle Kaffeetrinker, sondern vor allem auch für den Produzenten im Anbauland. Nur wenn Kaffee als Qualitätsprodukt auf den Markt geht, kann dieser einen Verkaufspreis erreichen, der seine Produktions- und Lebenskosten deckt.

3. Was ist wichtig, wenn man das selbst mal ausprobieren möchte?
Es braucht gute Werkzeuge! Dazu gehört neben dem ganzen Kaffeematerial zuoberst auch gutes Wasser. Mit unseren neuen Schulungen im Bereich Wasser und Kaffee versuchen wir das zu unterstützen.

4. Zwei Tipps / Action Steps für zu Hause
Mit einem einfachen Test-Kit kann man zu Hause das Wasser auf Härte und Alkalinität testen und Massnahmen ergreifen, um die Kaffeequalität und die Maschinenhaltbarkeit zu verbessern.

Cup Taster Schweizermeister 2015

Mathias Bühler

1. Was fasziniert dich besonders an Kaffee?
An Kaffee fasziniert mich besonders, dass ein Rohstoff wie die Kaffeekirsche so variantenreich zubereitet werden kann wie kein anderes Getränk und dabei eine unglaubliche Vielfalt von Geschmacksnuancen offenbaren kann. Ich geniesse Kaffee am liebsten als Filter oder Espresso und bin immer wieder überrascht, Aromen wie Limette, Rum oder Pflaume darin zu entdecken. Den Leuten die Passion für Kaffee jeden Tag vermitteln zu dürfen erfüllt mich vollends und fordert mich immer wieder hinaus.

2. Was macht deine Disziplin besonders spannend?
Das Duell Mensch gegen Tasse. Keine Jury, die deinen Auftritt bewertet, keine einstudierte Show, keine Materialschlacht im Vorfeld. Nur mein Löffel und ich. Der Wettlauf gegen die Zeit beginnt, die acht Minuten sind schnell vorbei und nach 24 Tassen kann man es kaum erwarten, die Tasse zu heben und hoffentlich den roten Punkt auf dem Boden zu entdecken, ein Spannungsmoment, auch für die Zuschauer.
Die Taktik ist wichtig, ein guter Gaumen und eine feine Nase sind von Vorteil und die Tagesform kann über Sieg oder Niederlage entscheiden. Die Chance steht eins zu drei. Ein Glücksspiel. Oder auch nicht.

3. Was ist wichtig, wenn man das selbst mal ausprobieren möchte?
Es ist wichtig, dass man den Kaffee mit viel Luft vom Löffel schlürft, damit er sich gleichmässig im ganzen Mund verteilt. Versuche, jedem Kaffeegeschmack einen Namen oder eine Farbe zu geben, es hilft, die Tassen wiederzuerkennen.
Die feinen Kaffeesäuren sind gut spürbar und unterscheiden sich in Intensität und Geschmack. Daher immer zuerst auf die Säure achten, erst danach auf den Geschmack. Der erste Impuls ist meistens der richtige.

4. Zwei Tipps / Action Steps für zu Hause
Cupping kann man auch mit anderen Lebensmitteln ausser Kaffee machen: Fruchtsäfte, Tees oder Wein sind genauso spannend zum Degustieren und bringen Abwechslung in den Alltag.
Das Diskutieren und Vergleichen mit anderen Leuten ist wichtig und gibt neue Impulse. Tipp: Eine Blinddegustation mit Kräutern oder Gewürzen erweitert die persönliche Aromenbibliothek und kann hilfreich sein beim nächsten Cupping.

Barista Schweizermeisterin 2015

Emi Fukahori

1. Was fasziniert dich besonders an Kaffee?
Mich fasziniert Kaffee, weil er zum Zelebrieren ist. Er ist nie nur Aufwachmittel, sondern grosser Genussfaktor mit verschiedenen Geschmäckern.
Jeder Kaffee hat seine Eigenschaften, es gibt keinen «Kaffee-Geschmack». Bei einer neuen Kaffeebegegnung ist es für mich, als ob ich ein Geschenk aufmachen würde.

2. Was macht deine Disziplin besonders spannend?
Als Barista kann man Kaffee zaubern, und es ist beim Kaffee-Extrahieren immer spannend – spannend zu kosten, wie der Kaffee schmeckt, ob wie ich erwartete oder komplett anders. Bis zur perfekten Extraktion ist die Journey meine grösste Freude beim Kaffee.

3. Was ist wichtig, wenn man das selbst mal ausprobieren möchte?
Grundkenntnisse vom Kaffee holen ist wichtig. Kaffee machen ist viel komplexer, als man heute schätzt, es gibt mehrere Elemente, bis man einen guten Kaffee extrahieren kann. Es macht auch mehr Spass, wenn man etwas Ahnung hat und sie anreichert, statt dass man einfach Equipment kauft und irgendwie anfängt.

4. Zwei Tipps / Action Steps für zu Hause
Erstens: Waage benutzen
Espresso: abzirkeln, wie viel Kaffee du in den Basket reintust, wie viel Kaffee aus dem Siebträger rauskommt. Eine Waage hilft, Kaffeerezepte zu fixen und eventuell Kaffee besser extrahieren zu können. Auch beim Filterkaffee, alles auf Waagen legen!
Zweitens: Offen bleiben
Verschiedenen Kaffee von verschiedenen Röstereien kennenlernen und ausprobieren. Kaffeekurse besuchen, Ideen mit Kaffeeliebhabern tauschen, neugierig bleiben, was Neues zu entdecken.

Latte Art Schweizermeister 2015

Milo Kamil

1. Was fasziniert dich besonders an Kaffee?
Coffee keeps you awake! Nein, im Ernst, Kaffee ist viel mehr als nur ein heisses Getränk. Wenn man sich intensiver damit befasst, lernt man, wie komplex das Thema Kaffee ist.
Es verbindet so viele Menschen, Berufe und vor allem Geniesser, dass es einfach sehr viel Spass macht, sich mit diesem Produkt zu beschäftigen.

2. Was macht deine Disziplin besonders spannend?
Wie man eine Figur oder ein Bild aus eingegossenem Milchschaum zaubert, finde ich selber immer noch sehr spannend.
Dabei sind der Kreativität des Baristas keine Grenzen gesetzt, vom Familienporträt bis zur Lieblingskatze ist heutzutage bei der Latte Art alles möglich. Im Coffee Shop ist Latte Art umso wichtiger, um Specialty Coffee dem Kunden vorstellen und davon erzählen zu können.

3. Was ist wichtig, wenn man das selbst mal ausprobieren möchte?
Erst mal gilt es zu wissen, wo wir die Dampfdüse in der Milchkanne positionieren und wie man die zwei Phasen beim Schäumen beherrschen kann, um den feinporigen Schaum zu produzieren.
Weil das Wichtigste bei Latte Art ist der Milchschaum. Danach ist es Übungssache.

4. Zwei Tipps / Action Steps für zu Hause
Ich nehme an, um Latte Art zu Hause zu machen, oder?
Versuche mal, mit der eigenen Maschine die richtige Position der Dampflanze zu finden. Es gibt grundsätzlich eine Position, aber je nach Maschine und Druck muss man etwas improvisieren. Beim Eingiessen gilt es die Distanz von der Milchkanne zur Tasse zu beachten und ein lockeres Handgelenk zu behalten.
Falls die passende Maschine noch fehlt, hab ich erst kürzlich auf Youtube gesehen, wie man Milch auch mit einer French Press schäumen kann. Ich hab’s selber probiert, ist gar nicht so schlecht gelungen! Für persönliche Tipps findet ihr mich ab dem neuen Jahr im Coffee Lab Zürich!