Eine Tasse Kaffee am Morgen, ein Espresso nach dem Essen, ein Cappuccino  beim gemütlichen Kaffeekränzchen und die vielen Koffeinschübe während langer Meetings im Büro – ein Leben ohne Kaffee ist schwer vorstellbar. So manche Tasse wird dabei achtlos weggetrunken.

Wer jedoch wahren Kaffeegenuss erleben will, sollte bei der Auswahl und Zubereitung einiges beachten. Denn wie heisst es doch so schön: «Kaffee macht man nicht einfach. Kaffee liebt man.» Nur wenn man Kaffee liebt, bringt man das Kunststück zustande, aus etwas heissem Wasser und einigen Bohnen unvergleichlichen Kaffeegenuss zu erschaffen.

Doch, wie zaubert man den perfekten Kaffee? Der Australier Sasa Sestic, World Barista Champion 2015, muss es wissen. «Meiner Meinung nach beginnt die perfekte Tasse Kaffee bereits auf der Kaffeeplantage. Herkunft und Qualität der Bohnen sind für den Kaffeegenuss entscheidend.» Würde man den Rohkaffee jedoch mahlen und aufbrühen, würde dieses Getränk eher nach Tee schmecken. Deshalb kommt eine wesentliche Bedeutung der Röstung zu. «Erst nach der Röstung zeigt sich der wahre Geschmack der Kaffeebohne. Die Röstung ist also ein elementarer Baustein eines guten Kaffees», sagt Sestic.

Im Allgemeinen wird unter dem Begriff des Röstens die trockene Erhitzung des Rohkaffees verstanden. Erst durch das Rösten werden die Kaffeebohnen veredelt und erhalten so ihr einzigartiges Aroma und farbliches Erscheinungsbild. Mit bis zu 1000 Aromastoffen besitzt Kaffee ein grosses Geschmackspotential und kann es locker mit jedem guten Wein aufnehmen.

Die Kaffeeröster sind wahre Künstler, denn sie entscheiden, wie lange und mit welcher Temperatur der Rohkaffee geröstet wird, um ein optimales Ergebnis zu bekommen. «Auf dem Weg zum perfekten Kaffee spielt auch die Lagerung und das richtige Aufbrühen eine tragende Rolle», erklärt Sestic.

Am Mittag trinke ich einen Espresso und abends wieder einen Filterkaffee

So ist bei der Lagerung darauf zu achten, dass Hitze, Sauerstoff, Feuchtigkeit, Geruchsstoffe und Licht vom Kaffee ferngehalten werden. Denn die komplexen Aromen des Kaffees stammen aus den Ölen der Bohne. Bei Zimmertemperatur oxidieren diese schneller und können so ranzig werden und zu einem unangenehmen Beigeschmack des Kaffees führen. Entgegen einer weit verbreiteten Empfehlung ist von der Aufbewahrung im Kühlschrank abzuraten. Denn hier lagern Lebensmittel und dementsprechend verschiedene Gerüche und Aromen, welche der Kaffee nicht annehmen sollte. Ideal ist also die Aufbewahrung an einem trockenen Ort, der etwas unter der Zimmertemperatur liegt.

Filterkaffee im Trend

Lange Zeit war der Filterkaffee aus der Mode – völlig zu Unrecht, wie Barista Sasa Sestic bestätigt: «Beim Filteraufguss hat man einen grossen Einfluss auf das Ergebnis. Die Aromen lassen sich besser herausschmecken und es lösen sich weniger Bitterstoffe, was den Kaffee bekömmlicher macht.» Sestic startet den Morgen denn auch am liebsten mit einem Filterkaffee. «Am Mittag  trinke ich einen Espresso und abends wieder einen Filterkaffee.» Und, welche Bedeutung hat Kaffee für einen Barista Champion? «Nach meiner Familie ist Kaffee das Wichtigste in meinem Leben.»