In der Gastronomie werden tagtäglich rund 1 Million Tassen Kaffee pro Tag verkauft – ein Milliardengeschäft. Ziemlich genau ein Drittel aller Getränkebestellungen im Gastgewerbe entfallen auf einen Kaffee, welcher von allen Altersgruppen gleichermassen geschätzt wird, sieht man von den Jugendlichen zwischen 15 und 29 Jahren ab. Für einmal gibt es auch keinen «Rösti-Graben», denn die Romands lieben den Kaffee genauso wie die Deutschschweizer.

Der Löwenanteil des Kaffees wird zuhause oder am Arbeitsplatz getrunken und im Detailhandel verkauft. Der Anteil des Konsums im Gastgewerbe beträgt 10 Prozent und hat sich in den letzten fünf Jahren nur unwesentlich verändert. Der Gesamtumsatz mit Kaffee im Gastgewerbe beläuft sich auf rund 1.8 (Milliarden) Franken. Für Gastro-Betriebe, die auf Kaffee spezialisiert sind, bietet CafetierSuisse als Branchenverband massgeschneiderte Dienstleistungen zur Stärkung der Kaffeekultur in der Schweiz an – dies im Bereich Weiterbildung und Information, jährlich mit Aktionen zum Tag des Kaffees, alle zwei Jahre mit der Tagung der Schweizer Kaffeebranche (05.09.2014) oder beispielsweise auch mit einer Kaffee-Trendtour in die Gastro-Metropole Hamburg (26.-29.04.2015).

Obwohl rund um die Uhr Kaffee getrunken wird, schätzen die meisten Menschen ihn zu den klassischen Zeiten: zum Frühstück, zum Znüni und am Nachmittag. Kaffeetrinken in einem gastgewerblichen Betrieb hat aber auch eine soziale Komponente: Es gibt nichts Einfacheres, als über den Rand der Kaffeetasse soziale Kontakte zu knüpfen. Wer’s nicht glaubt, soll es am heutigen Tag des Kaffees versuchen. In einem Café oder Restaurant schmeckt Kaffee nicht nur deshalb am besten.

Café crème: Wär hät’s erfunde?
Richtig geraten: Die Schweizer! Das Café crème trat seinen Siegeszug in den 1980er-Jahren an. Von der Schweiz ausgehend verbreitete sich das Café crème vor allem im deutschsprachigen Raum. Die Lastwagen-Fahrer, welche sich gegenseitig Informationen über Standorte von Betrieben mit Kolbenkaffeemaschinen gaben, zwangen immer mehr gastgewerbliche Betriebe, eine solche Maschine zu kaufen, womit der bis anhin gängige Filterkaffee ein Stück weit verdrängt wurde.

Gestiegene Qualitätsansprüche der Konsumenten
Kaum ein Produkt weckt so viele Emotionen wie Kaffee. Der Duft von frisch gebrühtem Kaffee ist einfach nur verführerisch. Nicht nur das Aufkommen von praktischen Büro- und Haushaltsmaschinen hat dem Konsumenten aufgezeigt, dass es auch beim Kaffee eine Vielzahl von verschiedenen Geschmacksrichtungen gibt – das Kaffeewissen und der Anspruch der Konsumenten ist allgemein gestiegen.

Diese Trends haben viele Gastronominnen und Gastronomen aufgenommen, die nun ihrerseits vermehrt auf Spezialitätenkaffees und insbesondere auf die kunstgerechte Zubereitung durch speziell ausgebildete Mitarbeitende – Baristas – setzen. Diese neue Welle der Kaffeeentwicklung hat die Schweiz voll erfasst und nur Betriebe, die sich in ihrem Angebot und in der Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden weiterentwickeln, können moderne Kaffeeliebhaberinnen und -liebhaber auch zukünftig zu ihren Gästen zählen.