Viele Menschen, die eine Laktoseintoleranz haben, würden dies am Anfang nicht bemerken, sagt Erich Kienle, Managing Director der Innoprax AG im luzernischen Meggen. Sie vertragen zwar den Milchzucker nicht so gut, haben aber keine gesundheitlichen Probleme. Sollten Beschwerden auftreten, bleibt nur der Gang zum Arzt, um eine richtige Diagnose zu erhalten. Dann muss die Ernährung umgestellt werden.

Gesundes Vertrauen
In Europa, Nordamerika und Australien sei Laktoseintoleranz weniger verbreitet als im Rest der Welt, betont Erich Kienle. «Hier sind wir von Kindesbeinen an gewöhnt, Milch zu trinken.» Weltweit steigt inzwischen der Verbrauch von Milchfrischprodukten. Selbstverständlich könne man sich auch bei einer Laktoseintoleranz ausgewogen und gesund ernähren, hält Kienle fest. «Es ist aber schade, wenn Menschen auf frische Milchprodukte verzichten müssen, besonders wenn diese von Schweizer Kühen stammen und naturnah und gentechfrei produziert werden.» Etwas wirklich geniessen könne man im Übrigen nur dann, wenn ein gesundes Vertrauen in die Lebensmittel vorhanden sei.

Individuell austesten
Eine Laktoseintoleranz gelte es aber in jedem Fall ernst zu nehmen, betont Kienle. Es gebe indes durchaus Möglichkeiten, sich ausgewogen und ohne Verzicht auf Milch und Milchprodukte zu ernähren. So könne man etwa laktosefreie Milch mit sehr guter Bekömmlichkeit bedenkenlos geniessen. Alle gereiften Käse sind von Natur aus laktosearm und werden gut vertragen. Meist gut toleriert wird auch Jogurt. Anders sieht es bei Frischkäse aus: Dessen Verträglichkeit muss individuell ausgetestet werden.

Zwar nehme die Laktoseintoleranz nicht wirklich zu, vermutet Erich Kienle. «Immer mehr Menschen sind sich aber der Problematik bewusst und suchen gezielt die richtigen Lebensmittel aus. Uns als Anbieter von kalten Kaffeegetränken hat dieses Thema deshalb enorm beschäftigt.» Kienle und sein Team haben in der Folge eine neue Rezeptur für «Coffee to go» entwickelt. Dieses neue Kaffeegetränk ist völlig laktosefrei, aber der authentische Kaffeegenuss bleibt erhalten. Im Herstellungsprozess wird dabei der Milchzucker durch Enzyme in zwei Einfachzucker aufgespaltet, die problemlos verdaut werden können. Zurück bleiben weniger als 0,1 Gramm Milchzucker pro 100 Gramm Milch.