Was fasziniert Sie so an Kaffee?

Geschmack und die Reaktion des Körpers auf Kaffee – das fasziniert mich besonders.

Bitte gehen Sie etwas näher darauf ein.

Die verschiedenen Aromen in Verbindung mit dem Geschmack sind für mich immer wieder eine positive Überraschung. Zudem ist Kaffee ein Wachmacher, was für mich – neben dem Geschmackserlebnis – eine der wichtigsten Eigenschaften des Kaffees ist.

Wie entstand Ihre Leidenschaft für Kaffee?

Das war vor 20 Jahren. In den USA bin ich das erste Mal mit richtig gutem Kaffee in Kontakt gekommen. In San Francisco gab es eine wunderschöne Kaffeebar, wo ich einen Espresso bestellte. Der Barista fragte mich daraufhin, welchen ich denn haben wolle, und zeigte hinter sich, wo ich zwischen rund 30 verschiedenen Sorten wählen konnte.

Das überwältigte mich, denn bis dato bin ich davon ausgegangen, dass man Espresso lediglich aus einem Kaffee zubereiten kann. Diese Vielfalt fasziniert mich bis heute und das ist es auch, was wir in der Kaffeezentrale praktizieren: Es gibt nicht nur einen Kaffee, sondern tausende Sorten.

Was ist entscheidend, um so einen Kaffee zu machen?

Es ist hier wie bei allen Lebensmitteln: Die Zubereitung macht’s, und die Qualität. Das wirklich Wichtigste beim Kaffee ist jedoch, dass er frisch ist. Er sollte 12 bis 90 Tage nach dem Rösten konsumiert werden. Zudem sollte man Kaffee bewusst kaufen – keinen 08/15-Kaffee. Man sollte wissen, woher der Kaffee kommt, was drin ist, und auch überlegen, wie der Kaffee überhaupt in die Schweiz kommt. Bio und Fair Trade ist sicher ein guter Ansatz.

Wichtig ist aber genauso, dass die Leute wissen, wozu sie Kaffee einkaufen. Vor dem Kaffeekauf sollte man sich bewusst machen, für was man den Kaffee verwenden möchte – Cappuccino, Espresso, Café Crème oder Filterkaffee. Jeder sollte den Kaffee also so einkaufen, wie er ihn auch trinken möchte.

Woran erkennt man, ob ein Kaffee frisch ist?

Leider sieht man einem Kaffee seine Frische nicht an. Man sollte daher auf den Röstgeschmack beim Öffnen des Beutels achten. Steigt einem dieser in die Nase, kann man davon ausgehen, dass der Kaffee frisch ist. Man kann das aber auch in der Tasse erkennen.

Inwiefern?

Wenn die Crema sehr dicht und flexibel ist, dann hat es die richtige Frische. Erinnert die Crema eher an einen Schaum, kann man davon ausgehen, dass der Kaffee frisch ist. Hat es wenig oder keine Crema, ist die Kaffeebohne alt.

Kommen wir zum Thema Zubereitung.

Der zweite wichtige Faktor. Bei der Zubereitung sollte man darauf achten, dass in 25 Sekunden 25 Milliliter Kaffee in die Tasse kommt. Achtet man auf diese Dinge, hat man einen perfekten Kaffee beziehungsweise Espresso.

Jeder Kaffee schmeckt anders. Wie findet man den perfekten Kaffee?

Ausprobieren. Kaffee ist eine Geschmacksfrage. Wenn man fruchtigen Kaffee gern hat, sollte man Kaffee kaufen, der hell geröstet ist und Kaffeebohnen enthält, die auch fruchtig in die Tasse kommen. Wer Nuss oder Schokolade in der Nase oder dem Gaumen bevorzugt, sollte zu solchen Sorten greifen. Nur wer probiert, wird seinen individuellen Lieblingskaffee finden.

Und wie wichtig ist die Maschine bei der Kaffeezubereitung?

Das ist die letzte Möglichkeit, in die Wertschöpfungskette des Kaffees einzugreifen. Wenn jedoch zuvor ein schlechter Kaffee gekauft wurde, hilft auch die beste Maschine nichts. Doch genauso kann man auch den perfekten Kaffee mit der falschen Maschine zerstören.

Man sollte respektvoll mit dem Kaffee umgehen und dazu gehört auch die richtige Maschine, wie beispielsweise ein hochwertiger Vollautomat. Bei der Zubereitung von Espresso macht es aber auch Sinn, sich eine Siebträgermaschine anzuschaffen. Hier sollte jedoch auch eine gute Mühle gekauft werden, um Mahlgrad und Menge zu bestimmen.

Ein Barista macht Kaffee in Perfektion. Was macht diesen Beruf aus?

Leidenschaft für Kaffee. Ein Barista ist immer auf der Suche nach dem perfekten Kaffee. Er weiss, wie unterschiedlich bestimmte Sorten schmecken, kennt die Röstaromen, weiss, was der richtige Mahlgrad ist, und kennt die jeweils passenden Mengen dazu.

Ein Barista hat die Fertigkeit, um gut und schnell mit der Maschine umzugehen und den Kunden jeden Kaffeewunsch von den Augen abzulesen. Barista kann jeder werden. Die SCAE bietet Kurse in drei Stufen an und durch eine Prüfung kann man schliesslich das Kaffeediplom erlangen. Nur mit diesem kann man dann auch eine Stelle als Barista bekommen.