Tipps

  • Überraschen Sie die Kunden mit Neuentdeckungen. Man gibt dem Gast so die Möglichkeit, sich weiterzubilden.
  • Auch im Offenausschank ist Qualität wichtig – und zwar zu vernünftigen Preisen. 15 Franken für ein Glas ist einfach zu viel.
  • Überregional denken: Auch jenseits des Röstigrabens gibt es gute Weine.

Sie schrieben einmal, dass kaum ein Land der Welt so viele exzellente Weine besitzt, wie die Schweiz. Was macht den Schweizer Wein so besonders?

Auch beim Wein findet eine Globalisierung statt. Was geschmacklich gut ankommt, wird gerne kopiert.

Dadurch entsteht ein internationaler Weinstil, den man überall findet. Die Schweizer Weinregionen haben ihre eigenen Schwerpunkte und konnten ihren ganz eigenen Stil bewahren.

Sind sich die Gastronomen dessen bewusst?

Über weite Strecken ja. Ich würde mir jedoch wünschen, dass man häufiger über den Röstigraben schaut. Warum nicht drei Pinots aus drei Regionen anbieten? Nur wer vergleicht, kann seine Sinne trainieren und dazu lernen.

Sie bezeichnen den Chasselas als die Schweizer Signaturtraube. Was macht ihn so einzigartig?

Chasselas ist eine Traube der leisen Töne, aus der ein frischer Weisswein – ein vin de soif – produziert wird.

Er passt ideal zu den intensiven und süsslichen Aromen, die wir heutzutage in vielen Gerichten finden. Er ist ein sehr guter und auch süffiger Wein, den man unbedingt einmal entdecken sollte.  

Was raten Sie einem Gastronomen, um den passenden Wein zu finden?

Man sollte sich überlegen, was man selbst gerne trinkt, und die entsprechende Weinregion bereisen, um einen Bezug zur Herkunft des Weins herzustellen. Wissen über Wein ist wichtig. Es gibt sehr gute Literatur, wie etwa das Weinseller Journal, die dabei hilft, die komplexe Weinwelt besser zu verstehen.

Immer wieder wird der Preis des Schweizer Weins kritisiert. Berechtigterweise?

Die Schweiz ist kein Discount-Land. Doch für den Einkaufspreis von 12 bis 30 Franken bekommt man sehr hochwertige Weine.

 

 

(Weitere Informationen über Chandra Kurt)