Tipps

  1. Die Dekoration sollte vor Servieren des Essens für eine gute Bildgestaltung vorbereitet werden.
  2. Damit die Fotografie nicht verwackelt oder unscharf wird, sollte man mit einem Stativ arbeiten.
  3. Achten Sie auf den Hintergrund und die Lichtverhältnisse im Bild, gegebenenfalls benötigt man Zusatzbeleuchtung oder Blitzlicht.
  4. Achten Sie auf die Farbharmonie. Je farbenfroher die Speise, desto besser wirkt sie vor einfarbigem Hintergrund. Einfarbige Speisen können mit farbiger Dekoration in Szene gesetzt werden.
  5. Der optimale Winkel ist bei jedem Bild anders. Es gilt jedoch: Flüssigkeiten im Glas sollten stets gerade abgebildet werden.

Wir sehen es im Restaurant und wir sehen es im Netz – Menschen, die ihr mehr oder weniger exotisches Essen fotografieren und es in den sozialen Netzwerken publizieren und mit dem #foodporn zum Kult erheben. So gibt es mittlerweile Food-Stylisten, die sich mit der ästhetischen Präparierung der Lebensmittel auseinandersetzen und sogar Food-Blogger, die sich ausschliesslich mit der Publikation von Essensbildern in Netzwerken beschäftigen.

Schon die europäischen Könige liessen Gemälde von ihren höfischen Mahlzeiten anfertigen, um zu dokumentieren, wer man ist und was man isst.

Auch wenn uns dies als ein neuer Trend erscheint, so ist die Darstellung von Essen schon seit Jahrhunderten aus der Kunstgeschichte bekannt. Denn schon die europäischen Könige liessen Gemälde von ihren höfischen Mahlzeiten anfertigen, um zu dokumentieren, wer man ist und was man isst. Und das ist heute ähnlich. Innerhalb der sozialen Netzwerke tauchen daher fast keine Fast-Food-Bilder auf, sondern hochwertige Gerichte und kulinarische Genüsse.

Besonders in den akademisch geprägten urbanen Schichten wird versucht, über das Essen die soziale Differenz ausdrücken. Dort stellen sich die Fragen über Qualität, Herkunft und Biosiegel des Lebensmittels. Damit ist die Nahrungsaufnahme ein Thema, das mit reflektierter, moralischer Lebensführung verbunden wird. Gleichzeitig fühlt man sich der sozialen Schicht zugehörig, die dieses Gesprächsthema überhaupt beherrscht.

Essen ist schliesslich ein Kulturgut und man ist also in der Lage, gutes Essen zu würdigen, und kann durch die Fotografie seines Essens seine ethischen, moralischen Überzeugungen sowie Lebensstil und Geschmack dokumentieren. Und die Menschen, die den Hintergrund dieser Darstellung verstehen, versehen dies mit einem «Gefällt mir».